
In einer Zahnarztpraxis führten Spannungen im Team zu einer belasteten Arbeitsatmosphäre – mit spürbaren Auswirkungen auf den Praxisbetrieb. Der Praxisinhaber stand vor einer wichtigen Entscheidung: Er wollte seine erfahrenen Mitarbeitenden nicht verlieren und suchte nach einer nachhaltigen Lösung.
Obwohl er gegenüber Mediation zunächst skeptisch war – aufgrund negativer Erfahrungen in der Vergangenheit – entschied er sich nach einem persönlichen Gespräch dennoch für eine Co-Mediation.
Ausgangslage: Spannungen im Team belasten den Praxisalltag
Ein gutes Team ist das Herzstück einer Zahnarztpraxis. Doch Konflikte zwischen Mitarbeitenden können schnell zu Stress, Missverständnissen und Fehlern führen. In diesem Fall hatten sich die Spannungen bereits auf die Stimmung im Team und die Abläufe in der Praxis ausgewirkt.
Strukturierter Start: Premediation und erste Sitzung
Nach einer Premediation mit dem Praxisinhaber fand die erste gemeinsame Sitzung mit den Mitarbeitenden statt. Wichtige Grundlagen für die Streitklärung wurden vereinbart:
- Freiwilligkeit
- Vertraulichkeit
- Eigenverantwortung
Der Praxisinhaber zog sich zunächst zurück, um den Fokus auf die teaminternen Themen zu lenken, signalisierte aber jederzeit seine Unterstützung.
Zu Beginn herrschte Zurückhaltung – viele kannten das Format Mediation nicht. Doch in der Themensammlung wurde ein klarer gemeinsamer Wunsch deutlich: Der «Umgang miteinander» sollte im Mittelpunkt stehen. Schritt für Schritt arbeiteten die Teilnehmenden eigenverantwortlich und mit wachsendem Respekt füreinander.
Zweite Sitzung: Interessen, Bedürfnisse und erste Lösungen
In der zweiten Sitzung formulierte das Team die eigenen Interessen und Bedürfnisse. Erste Lösungsansätze wurden gemeinsam entwickelt. Eine Visualisierung der Perspektive des Praxisinhabers – auch wenn er nicht anwesend war – half, gegenseitiges Verständnis aufzubauen.
Am Ende wurde ein Arbeitsbündnis unterzeichnet, um konkrete Schritte zur Verbesserung der Zusammenarbeit festzuhalten.
Zwischenfall und Neujustierung
Zwischen der zweiten und dritten Sitzung kam es zu einer akuten Eskalation zwischen zwei Teammitgliedern – inklusive angedrohter Kündigung. In enger Abstimmung mit dem Praxisinhaber wurde entschieden, die Mediation fortzusetzen – in leicht veränderter Gruppenkonstellation und mit erneuter Beteiligung des Praxisinhabers.
Dritte Sitzung: Erweiterung der Themen
Die dritte Sitzung zeigte eine positive Entwicklung:
- Die Mitarbeitenden reflektierten ihr Verhalten im Alltag.
- Die Themenliste wurde um Arbeitsabläufe ergänzt – ein Bereich, der sowohl Kommunikation als auch Organisation betraf.
- Das Engagement und die konstruktive Haltung im Team nahmen spürbar zu.
Vierte Sitzung: Abschlussvereinbarung und Ausblick
In der vierten und letzten Sitzung erarbeitete das Team eine Mediationsvereinbarung, die alle Beteiligten unterzeichneten. Diese wurde als PDF verschickt, und es wurde ein Follow-up-Termin nach einem Jahr vereinbart, um die Umsetzung zu überprüfen.
Ergebnis: Nachhaltige Verbesserung der Zusammenarbeit
Die Konfliktklärung half, das gegenseitige Verständnis zu stärken, Kommunikationswege zu verbessern und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Das Team der Zahnarztpraxis kann nun wieder konstruktiv zusammenarbeiten – mit spürbar besserem Arbeitsklima.
Mediation in Praxisteams lohnt sich
Ob Zahnarztpraxis, Arztpraxis oder anderes Gesundheitsunternehmen – Konfliktklärung kann nicht nur Spannungen lösen, sondern auch nachhaltig die Zusammenarbeit verbessern. Skepsis ist normal, doch der strukturierte Prozess, die klare Moderation und die Einbindung aller Beteiligten schaffen Vertrauen und Ergebnisse.
Fazit: Mediation in Teams lohnt sich
Ob Zahnarztpraxis, Arztpraxis oder Teams aus Wirtschaft oder Verwaltung – Konfliktklärung kann nicht nur Spannungen lösen, sondern auch nachhaltig die Zusammenarbeit verbessern. Skepsis ist normal, doch der strukturierte Prozess, die klare Moderation und die Einbindung aller Beteiligten schaffen Vertrauen und Ergebnisse
